terra incognita. Weltbilder - Welterfahrung

terra incognita. Weltbilder - Welterfahrungen
Sabine Zimmermann-Törne, Kuratorin der Ausstellung

Die Ausstellung terra incognita. Weltbilder - Welterfahrungen stellt Fragen nach Utopie und Wirklichkeit von Weltkonstruktionen, aber auch nach den Wegen und Strategien, wie wir uns ein Bild von der Welt machen, sie entdecken und diese Entdeckungen medial transportieren, wie wir uns in der Welt zurechtfinden, sie in Besitz nehmen und verändern. Dabei faszinieren die großen Fragen nach Anfang und Ende ebenso, wie die Texturen, Materialitäten und Vorgänge im Mikro- und Makrokosmos.

52 Künstlerinnen und Künstler sowie zahlreiche Sammlungsobjekte, Vorträge und Performances nähern sich der Welt in dieser Ausstellung.

Die Ausstellung unterteilt das uns Unbekannte in 3 Weltzugänge:
Die Welt in uns zeigt in künstlerischen Positionen unser Verstehenwollen des Faszinosums der Schöpfung, des Lebens. Untersucht werden feinste Spuren in mikroskopischen Sphären, die formal oft Verbindungen zu jenen unserer makrokosmischen Bildvorstellungen aufnehmen. Arbeiten am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden, sowie den Instituten für Zoologie und für Genetik an der TU Dresden ergänzen durch Exponate aus der aktuellen Forschung diesen Erkundungsbereich.
'Okular' von Ulli Böhmelmann, Köln, 2009 in der Ausstellung terra incognita. Weltbilder - Welterfahrungen, Foto: Lutz Liebert 2011
 
Die Welt, auf der wir stehen Karten und Globen prägen das Bild der Erde seit dem Altertum bis heute. Forschungen in der Tiefe zeigen die terrestrischen und marinen Transformationsprozesse.
Zeit- und Gesteinsschichten, Überlagerungen und Neugestaltung durch die Eingriffe des Menschen überformen die Terra, die durch Medien, Luft- und Satellitenbilder allzu vertraut zu sein scheint.
Die uns offenbar überall zugänglichen Topografien der Welt inspirieren Künstler auf verschiedene Art mittels überaus sensiblen Materialerkundungen neue Werke zu schaffen.
Wasservolumen der Erde. Inverses Modell der Erdtopografie. Institut f. Kartografie
 
Die Welt, die uns umgibt
Visionen des Makrokosmos, von Anfang und Licht werden nicht nur durch aktuelle Forschungen und deren mediale Präsentationen, sondern auch durch zeitgenössische Kunst erzeugt. Maschinell erstellte Weltraumaufnahmen im Zeitalter der Hubblekamera und grafische Überarbeitungen suggerieren uns kosmische Welten, die wir in unsere medialen Weltbilder und realen Welterfahrungen einordnen, deuten, uns aneignen und so für wahr befinden oder doch hinterfragen. Die kosmischen Bilder und bildhaften Urerfahrungen in dieser Ausstellung verbinden Wissenschaft und Kunst.
Haruka Fujita, A Lifetime, 2008, Still, 7:43 min. Biennale di Venezia 2011, terra incognita. Weltbilder - Welterfahrungen, 2011